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Montag, 10. Juni 2024

Ein Jegliches hat seine Zeit- Musikalische Lesung zugunsten der Bürgerstiftung Bad Ems

Die Künstlerinnen und Künstler sowie die Bürgerstiftung waren sehr zufrieden mit dem besonderen Literaturabend. (Michael Dombek, Jan Martin Chrost, Dina Grossmann, Katharina Wimmer, Renate Luig, Bernhard Nellessen, Wilhelm Augst und Anny Neusen)

Michael Dombek, Renate Luig, Bernhard Nellessen gestalteten ein literarische Zeitreise der besonderen Art

Das Trio Confluentes mit Jan Martin Chrost am Klavier und Akkordeon. Katharina Wimmer an der Violine und Dina Grossmann an der Blockflöte gestalteten gekonnt die Übergänge zu den einzelnen Themenblöcken.

Der Vortragsraum im Russischen Hof war gut besetzt, und das Publikum folgte aufmerksam den Textvorträgen und der Musik.

„Ein Jegliches hat seine Zeit“ – diese Zeile aus dem Buch der Prediger des Alten Testaments stand als Motto über einer musikalischen Lesung zugunsten der Bürgerstiftung Bad Ems im Russischen Hof in Bad Ems. Die zahlreich erschienenen Gäste verbrachten zwei anregende Stunden bei einer abwechslungsreichen literarischen Zeitreise.

(Quelle Bilder: Ralf Reiländer)

Renate Luig, Michael Dombek und Bernhard Nellessen hatten bereits im Jahre 2019 eine viel beachtete und gelobte literarische Veranstaltung in der Kapelle Maria Königin zum Thema Heimat dargeboten. In diesem Jahr fand die Veranstaltung im Russischen Hof in Bad Ems statt. Die Gäste erlebten eine literarische Zeitreise mit Texten und Musik aus fünf Jahrhunderten. Der Bogen spannte sich vom Barockdichter Andreas Gryphius, dessen Lyrik geprägt ist vom Erlebnis des 30jährigen Krieges, bis in die Neuzeit. Klassiker wie Rainer Maria Rilke, Clemens Brentano, Matthias Claudius oder Friedrich Hölderlin befassten sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Phänomen der Zeit. Musikalisch umrahmt wurden die ausgewählten Textbeiträge durch Musik des Trios Confluentes. Dina Grossmann an der Blockflöte, Katharina Wimmer an der Violine und Jan Martin Chrost am Klavier begeisterten das Publikum unter anderem mit Musikstücken von Wolfgang Amadeus Mozart, Henry Purcell und Edward Elgar, die beim Publikum begeistert aufgenommen wurden.

Die Texte kreisten um das Phänomen der Zeit in all ihren Facetten: der Lebenslauf, die Jahreszeiten, Vergänglichkeit, Liebe, heitere Stunden, der Zauber des Augenblicks.

Der 1. Teil der literarischen Zeitreise stand unter der Überschrift „Lebenszeiten -Jahreszeiten“. Hier wurden Passagen aus dem Alten Testament, von Rainer Maria Rilke oder Ludwig Uhland zu Gehör gebracht. Der 2. Teil stand unter der Überschrift „finstere Zeiten“. Ein Thema, so Bernhard Nellessen, das auch heute leider noch hochaktuell ist. So wurden unter anderem das „Kriegslied“ von Matthias Claudius, „Tränen in schwerer Krankheit“ von Andreas Gryphius oder von Georg Trakl „Grodek“ gekonnt und einfühlsam vorgetragen.

„Gezeiten der Liebe“ war schließlich der 3. Teil der literarischen Zeit-Reise überschrieben. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfreuten sich an dem „Lied der Spinner“ von Clemens von Brentano oder „der Liebe“ von Wilhelm Busch. Der 4. und letzte Teil der Zeitreise stand unter der Überschrift „Augenblicke - der Zeit entrückt“. Rainer Maria Rilkes Text „Du musst das Leben nicht verstehen“ kam, ebenso wie die anderen ausgewählten Textzitate beim begeisterten Publikum sehr gut an.

Insgesamt hatten rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg in den Russischen Hof gefunden und die Stimmung war ausgesprochen gut. Mit einem solchen Andrang hatten die Organisatoren der literarischen Lesung wohl nicht gerechnet. Renate Luig und Bernhard Nellessen aus Mainz und Michael Dombek aus Höhr-Grenzhausen, die in Bad Ems aufwuchsen und der Stadt sehr verbunden sind, hatten ihr Publikum sofort in den Bann geschlagen. Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge und viele Zuhörerinnen und Zuhörer hätten noch gerne weitere literarische Kostbarkeiten zum Thema „Ein jegliches hat seine Zeit“ gehört.

Der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Bad Ems, Wilhelm Augst, bedankte sich bei allen Mitwirkenden für diesen sehr gelungenen Kulturgenuss. Er wies darauf hin, dass die Texte nicht nur sehr professionell vorgetragen wurden, sondern bei der Textauswahl eine glückliche Hand bewiesen wurde. Der zeitliche Aufwand für die Vorbereitung einer solchen literarischen Zeitreise sei sehr erheblich. Umso mehr gebühre den Akteuren ein besonderer Dank.